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Die Powerfrau des 17. Jahrhunderts - Anna Salome

Ihr 350jähriges Jubiläum feiert die BMV Schule, das größte Mädchengymnasium in NRW, in diesem Jahr. Eines von vielen Jubiläen, das im Rahmen des Jubiläums der Stadt “1150 Jahre Stift und Stadt Essen” gefeiert wird. Grund genug für die Schülerinnen der Klasse 5e des Mädchengymnasiums, sich auf Spurensuche zu machen.

Wie kam es eigentlich vor so vielen Jahren dazu, dass eine Schule extra für Mädchen gegründet wurde? Schnell schwirrte nur noch ein Name durch den Klassenraum in Essen-Holsterhausen: Anna Salome! Aber wer war diese Anna Salome? Fragen über Fragen! Doch die Mädchen kennen auch die Antworten (auch ohne Geschichtsunterricht, denn den gibt es erst ab Klasse sechs). “Anna Salome war eine der Fürstäbtissinnen von Essen”, weiß Marion. “Nach einem langen Krieg gründete sie 1952 eine höhere Schule für Mädchen.”  Die Idee sei die eine Sache gewesen, doch bei der Umsetzung habe sich Anna Salome gegen die Stadtoberen und manchmal auch gegen die Familien durchsetzen müssen. “Eine solche Schule gab es noch nicht. Da waren viele skeptisch. Außerdem sollten die Mädchen besser zuhause im Haushalt helfen”, erzählt Lara.

Dass es dann doch alles geklappt hat, finden die Mädchen toll. “Sonst säßen wir jetzt bestimmt woanders!” 1652 siedelten sich im ehemaligen Beginenkonvent im II Hagen Augustinerinnen von der Congregatio Beatae Mariae Virginis an und gründeten somit eine Schule nur für Mädchen, das heutige BMV-Gymnasium.

Die Mädchen der 5e haben sich aber nicht nur theoretisch mit “ihrer” Gründerin auseinandergesetzt. Schwester Anna Clara, Kunst- und gleichzeitig Klassenlehrerin der 5e hat zum einen die geschichtlichen Fakten erzählt. “Außerdem habe ich die Mädchen animiert, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, wie eine solche Fürstäbtissin wohl ausgesehen haben mag.” Und eines wurde mit jedem Bild deutlicher: Anna Salome von Salm-Reifferscheidt, geboren am 4. Oktober 1622, war in den Augen von Marion und ihrer Mitschülerinnen eine modebewußte und farbenfreudige Frau.

Nicht nur die Mädchenschule gründete die Äbtissin während ihrer Amtszeit von 1646 bis 1688. Anna Salome schaffte es auch, ihre fürstliche Landeshoheit gegenüber der protestantischen Stadt zu behaupten, was auch nicht so ganz einfach war. „Dadurch sicherte die Äbtissin den Bestand des Damenstiftes“, wissen die heutigen Schülerinnen. Die Mädchen kennen ‚ihre’ Anna Salome, die „Powerfrau des 17. Jahrhunderts“.

(Dorothee Renzel-Walter)

Anna Salome - Foto: Engelbrecht

Anna Salome und die ersten Augustiner Chorfrauen in Essen, von Marion gemalt

Foto: Martin Engelbrecht