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“Früher, vor 1150 Jahren, als
Essen gerade mal noch Asnide hieß, gab es kein Blätter”, weiß
Saskia aus der 4. Klasse der Essener Herderschule. Harte Zeiten waren
das, noch kein gescheiter Name für die Stadt, -und nichts zum
schreiben. Heute ist das
zum Glück anders, es gibt reichlich Papier und damit Gelegenheit für
die Grundschüler, die Ergebnisse ihrer Geschichtsforschung in Dom und
Schatzkammer der Nachwelt zu erhalten. Und die Berichte der Kinder von
der Herderschule haben einiges in Sachen Stadtgeschichte zu bieten.
Monique hat in der Schatzkammer
das romanische Minnekästchen, die Liebeslade, erforscht. Das heißt,
sie hat es erforschen wollen, stieß dabei aber auf unlösbare
Schwierigkeiten: “In der Truhe waren einmal Liebesbriefe. Aber es gab
keinen Schlüssel.”
Mit einem ähnlichen Problem
hatten Tobias und Andre zu kämpfen, obwohl sie die Angelegenheit
deutlich robuster in Angriff nahmen. Unerschrocken haben sie – natürlich
nur zu Forschungszwecken - die letzte Ruhestätte des Stifts- und
Stadtgründers, des Heiligen Altfrid, untersucht und dabei sogar “den
Deckel vom Grab ein wenig verschoben. Man konnte aber nichts sehen.”
Da hatte Lanka auf ihrer Suche
nach den Stadtpatronen deutlich mehr Erfolg: “Fast überall hängen
sie, z.B. am Rathaus, an den Säulen, in der Schatzkammer.” Und von
Lanka erfahren wir auch, wie und warum
Cosmas
und Damian zu Märtyrern wurden: “Weil sie kein Geld annahmen, wurden
sie enthauptet.” Ein
glasklarer Beleg für den Wertewandel in der Gesellschaft.
Gewandelt
haben sich aber auch die Messmethoden im Lauf der Jahrhunderte. Von
Julian wissen wir nämlich jetzt, dass die Kinderkrone Ottos III. 3,6872
Zentimeter hoch ist. Na
gut, den Wert hat er natürlich gerundet, aber so exakt hatten wir es in
Essen trotzdem noch nie. (me) |