Schloß Borbeck

 

Schloß Borbeck - Foto: EngelbrechtDer Oberhof Borbeck wird bereits in Quellen aus dem 10. Jahrhundert erwähnt. Ursprünglich war er im Besitz der Herren von der Borbecke und wurde 1227 an die Essener Äbtissin Adelheid abgetreten. Die älteste dort ausgestellte Urkunde der Äbtissin Beatrix von Holte stammt aus dem Jahr 1309. Klar ist aber nicht, ob die Residenz der Fürstäbtissin identisch war mit dem Oberhof Borbeck. Ein eigenes "castrum" (=Burg) wird jedenfalls erst 1372 erwähnt, in diesem Jahr hatte Elisabeth von Nassau die Erlaubnis von Kaiser Karl IV. erwirkt, das Freigericht nach Borbeck zu verlegen. Die offenbar befestigte Anlage dient in der Folgezeit den Äbtissinnen und Stiftsdamen als Zufluchtsort bei Streitigkeiten mit der Stadt. Daneben entwickelt sich Borbeck auch zur Münzstätte, allein Äbtissin Sophia von Gleichen läßt hier sieben verschiedene Münzen prägen.

Ende des 16. Jahrhunderts wird die Burg weitgehend zerstört und unter der Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim wieder aufgebaut. Mitte des 17. Jahrhunderts wird unter Anna Salome von Salm-Reifferscheidt ein Neubau des Schloßes auf den alten Fundamenten fertig gestellt. Das Schloß an der Borbecke entwickelt sich mehr und mehr zur Sommerresidenz der Essener Fürstäbtissinnen.

Wappen Schloß Borbeck - Foto: EngelbrechtUmbauten und Erweiterungen erfolgen im 18. Jahrhundert unter Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach. Ihr Wappen ist noch heute über dem Schloßportal zu sehen.

Reichsfreiherr Leopold von Fürstenberg erwirbt 1827 -nach der Säkularisation- das Schloss mit den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden und läßt 1842 ein neues Wirtschaftsgebäude im klassizistischen Stil erbauen.

1941 wird das Schloss an die Stadt Essen verkauft.

Schloß Borbeck beherbergt heute eine kulturelles Begegnungszentrum, das Borbecker Standesamt und einen Restaurant. Volkshochschule und Folkwang Musikschule bieten in den Schloßgebäuden umfangreiche Kurs- und Unterrichtsprogramme an.

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