28. Januar 2012
Erstes Bistumsforum

300 Teilnehmer diskutierten die "Zukunft auf katholisch"

Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bistum Essen sind am 28. Januar der Einladung zum 1. Bistumsforum im Congress Center der Messe Essen gefolgt, um eine gemeinsame Basis für die weiteren geplanten Bistumsforen zu erarbeiten.

Sr. Martina spricht beim Bistumsforum
Sr. Martina spricht beim Bistumsforum

Auf der Bistums-Homepage ist dazu zu lesen: Bischof Franz-Josef Overbeck machte deutlich, dass es darauf ankomme, zu zeigen, "wie wir in Zukunft eine lebendige Kirche unter veränderten Bedingungen sein können". Denn schließlich sei die Sehnsucht der Menschen nach Glauben ungebrochen. Auch das habe das Forum gezeigt. Gerade jetzt seien Gespräch und Begegnung innerhalb der Kirche von besonderer Bedeutung. Trotz der vielen verschiedenen Themen, die während des Forums zur Sprache kamen, habe der Tag auch einen spirituellen Charakter gehabt. Auf dem weiteren Weg des Dialogprozesses im Ruhrbistum seien "klare Ziele, viel Geduld und auch christliche Hoffnung" notwendig.

Während das Bistum immerhin betont, dass die Veranstaltung neben vielen Aspekten "auch einen spirituellen Charakter gehabt" habe und Bischof Overbeck beeindruckt gewesen sei von den vielen berührenden Glaubenszeugnissen, formuliert die Bistumszeitung Ruhrwort treffend: "Ja, es darf an diesem Tag "auch etwas Frommes gesagt werden".

Ruhrwort 05/2012: Zwar unterscheiden sich die übermittelten Aussagen, Forderungen und Visionen nicht von den hinlänglich bekannten (Laien als Entscheidungsträger, Ökumenismus, Aufweichung des Weihepriestertums, Missachtung des sechsten Gebots, "etwas ganz Neues" etc.), jedoch erscheint Bischof Overbecks Vorgehen auf den zweiten Blick nicht ganz unvernünftig: Mit niederschwelligen spirituellen Angeboten kann vielleicht dem einen oder anderen Ratskatholiken der Weg ins Gebet (wieder) eröffnet werden. Darüber hinaus ermöglicht die offene Aussprache einen Abbau von angestautem Frust und Aggressionen, der sicher heilsam ist.

Soweit die Berichte vom Bistum und nun persönlich

Als Delegierte des Ordensrats im Bistum Essen hatte ich die Möglichkeit, am Bistumsforum teilzunehmen. Dem Dialogprozess sah ich mit einer gewissen Skepsis entgegen; es ist schon so viel geredet und dann doch über Dialoge hinweg entschieden worden. Und nun bin ich als Delegierte eine von den 300 Teilnehmern.

Es hat mich sehr beeindruckt, wie viele persönliche Aussagen gemacht wurden über:
• die persönliche Glaubensgeschichte
• Freude und Schmerz an den Veränderungen in der Kirche
• Hoffnungen und Befürchtungen in Bezug auf den Dialogprozess

Beeindruckt hat mich auch, dass die Äußerungen gesammelt und nicht zerredet wurden. Mit Spannung und Engagement verfolge ich nun den Dialogprozess und sehe durchaus die Chance, "Kirche auf Zukunft hin ein neues Gesicht zu geben".

In unserer Gemeinde sprechen wir im Moment öfter von den verschiedenen Tischen, wo sich Menschen in unserer Gemeinde versammeln. Vielleicht könnte ein Tisch auch heißen: "Ich steige aktiv in den Dialogprozess ein. Ich möchte mehr davon hören, mit überlegen, am Ball bleiben, ..." Dann lade ich herzlich ein zu einem Austausch - vielleicht wieder einmal nach dem Gottesdienst. Melden Sie ihr Interesse an und Pastor Jehl und ich werden dann zu solch einer neuen "Tischrunde" einladen.

Sr. Martina Paul, msc