Karneval 2010 bei St. Petrus und Paulus
Damit hatte der Lüdenscheider Karneval wieder mal im Honsel seine Premiere, die trotz der Schneekälte draußen, im Saal
keineswegs unterkühlt und auch gut besucht war. Rüdiger Koerschulte führte durch das von meist hauseigenen Interpreten
bestückte Programm voller Insider-Klamauk. Beim Pastor Patrick Schnell am Pfarrhaus hänge nun ein rotes Schild "Letzter
Beichtstuhl vor der Autobahn" und seine Sonntagspredigten würden manche erst am Montag richtig begreifen, erfuhren die Gäste.
Dass selbst "der Bischof im fernen Essen über uns Bescheid weiß", wiederholte die Krähe Abraxa (alias Pastor Schnell)
in amüsant gesungenen, selbst verfassten Refrains. Und auch, dass Kaplan Pahl so gerne Skat spiele, plauderte die Krähe aus,
weil er dabei nämlich "auch mal ´ne Dame drücken" könne. Bissigkeiten gegenüber Ehefrauen hatte Werner Soennecken,
der selbst ernannte König vom Honsel, auf Lager, der empfahl, sich lieber einen Hund zuzulegen, welcher nie was Anzuziehen
braucht und auch nie Migräne hat. Kalauer vom Feinsten lieferten "Petra und Paula" (Harald Tillmann und Manfred Hollweg),
deren Wortspielereien und unfreiwillige Situationskomik (weil sie den Faden verloren hatten) zum Schieflachen waren.
Büttennachwuchs Benedikt Langer als Götterbote von Zeus und "Tussi" Julia Gabryl, aber auch Zarah Leander (Martin Schulz)
und Marielle Matthieu (Heidi Klatt) glänzten erfrischend im Programm. Frau Neureichs (Renata Czuczman) Albernheiten schienen
unerschöpflich, die vor Angabe protzte, da ihr Gatte selbst maßgeschneiderte Taschentücher trug, und auch Dieter Jakobs
Erlebnisse mit seiner Oma waren fragwürdig, wenn ihr Gebiss mit der Mechanik des Garagentors verbunden zu sein scheint.
Wie die Sache mit dem Klapperstorch gut funktioniere, klärte Rüdiger Koerschulte als Vertreter von "Klapperstorch & Co" auf.
Und wie glücklich man nach seiner Scheidung sei, "weil die Scheidung von Hugo macht´s möglich", erzählte wortreich
Anneliese Desens. Der Gemeinderat von "P&P" (Lukas Koerschulte, Andreas Marciniak, Pawel Gabryl, Benedikt Langer,
Kristian Czuczman) kam als Village Peoples wild tanzend zum Zuge, während fünf der "Evas Töchter", der "jungendliche
kfd-Zweig" in der Gemeinde, zeigten, wie man effektiv chinesisch lernen kann, weil´s ja hörbar doch dem Deutschen ähnelt.
Den Schlusspunkt setzten wie immer die "vom Himmel herabgestiegenen Apostel" Petrus und Paulus (Harald Tillmann und Rüdiger
Koerschulte). Ihre Dönekes umfassten thematisch von Gesundheitsreform über Gemeindepastor und Gemeindereferentin Eva Müller
bis zu "niveauvollen weiteren Gemeindemitgliedern" so ziemlich alle menschlich möglichen Schattierungen.
Mit zündenden Rhythmen zog anschließend nach zweieinhalb stündigem Programm Keyboarder Dieter Jakobs, "der lang schon bewährte
Kölsche Jeck", die Paare aufs Parkett. Einer der Hauptregisseure des Abends war wie stets Harald Tillmann.